Change, Kulturwandel und moderne Führung: Jessica Becker im Gespräch
Shownotes
"Stillstand ist in einer Welt, die sich fortlaufend verändert, keine Option mehr,“ sagt Marketing & Communications-Bereichsleiterin Jessica Becker in der neuen Folge von Finanzrauschen. Im Gespräch mit Host Ares Abasi geht es unter anderem um moderne Führung und Kulturwandel. Auch wenn Kulturwandel oder „Change“ oft nach großer Strategie, nach Workshops oder zahlreichen Konzepten klingt, beginnt er im echten Arbeitsalltag viel kleiner: bei klarer Kommunikation, bei Vertrauen, bei Führung, die Orientierung gibt und bei der Frage, wie Unternehmen Veränderung möglich machen, ohne ihre Identität zu verlieren.
Im Gespräch ging es außerdem um
- Change, der nicht von oben verordnet wird,
- Mitarbeitende, die Erwartungen heute klarer formulieren als früher,
- hybride Teams, die Nähe brauchen, auch wenn nicht alle im selben Raum sitzen
- und Vereinbarkeit, die nicht perfekt ist, aber funktionieren kann, wenn beide Seiten bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Was hier gute Führung ausmacht: Veränderung nicht nur erklären, sondern Mitarbeiter mitzunehmen und sie zu „Change Agents“ machen und auch mal über Spannungsfelder offen zu sprechen. Jetzt reinhören!
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00:00:04:
00:00:10: Hallo Jessica, schön dass du heute bei uns zu Gast bist.
00:00:13: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:14: ich freue mich heute hier zu sein.
00:00:16: Jessica wir sprechen heute unter anderem über Change und Kulturwandel ein Thema das derzeit in zahlreichen Unternehmen ein großes Thema ist.
00:00:24: Das sind aber Begriffe, die subjektiv ausgelegt werden können und es ist auch so dass jeder etwas anderes darunter versteht oder hineininterpretiert.
00:00:32: Sei's mehr Agilität, mehr Fehlerkultur, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie weniger nennen wir jetzt mal Silo-Denken.
00:00:39: Ich schaue mal zu dir was bedeutet Kulturwandel in einem Unternehmen denn für dich?
00:00:44: Das ist natürlich direkt eine ganz große Frage zum Einstieg.
00:00:47: So sollt sein!
00:00:49: Ich höre es mal so zu beantworten.
00:00:50: Also Kulturwandel ist für mich jetzt nicht ein Austausch von Unternehmensidentität, ich glaube das ist einfach wichtig auch festzuhalten weil das häufig eine Sorge ist von vielen Mitarbeitenden dass man wirklich an den Kern dran geht.
00:01:02: also für mich ist es eher die Fähigkeit sich weiterzuentwickeln ohne die eigene Tradition und die eigene Identität zu vergessen oder zu vernachlässigen.
00:01:12: Ich glaube auch, das ist ein langwieriger Prozess.
00:01:14: Also es reicht nicht aus dass man jetzt nur eine einzelne Folie aufwirft oder einen einzelnen Workshop durchführt.
00:01:21: also viele Einzelaktionen führen zu keinem Kulturwandel.
00:01:24: aus meiner Sicht wir brauchen da schon ein gut funktionierendes ineinandergreifendes System um das ganze zu bewegen und was man glaube ich auch nicht vergessen darf deswegen auch das Thema Langwierigkeit.
00:01:34: Das bedeutet für viele Menschen einfach auch gewohntes, liebgewohnt es loszulassen und das schmerzt häufig.
00:01:40: Ich meine, das kennen wir alle glaube ich, das können wir auch alle gut nachvollziehen und dem muss man auch Zeit und Raum geben an der Stelle.
00:01:46: Ich glaube aber auch ganz fest daran dass es heute notwendig ist, dass Unternehmen anpassungsfähig sind und bleiben weil wenn wir mal schauen die Umgebung ändert sich einfach auch.
00:01:56: also die Märkte verändern sich Die Kundenanforderungen verändern Sich Technologien kommen neu dazu Und gerade in den letzten Jahren ist diese Schnelligkeit einfach noch extrem angestiegen.
00:02:08: Deshalb ist es für mich eine Transformation, nicht a nice to have sondern einer notwendige Voraussetzung das Unternehmen zukunftsfähig
00:02:15: bleiben.".
00:02:16: Du sprichst jetzt grad an Transformation.
00:02:19: Welche Rolle und Führungsziele braucht es denn um eine Kultur am Unternehmen zu schaffen die offen für Transformation ist?
00:02:25: Also für mich ist es vor allem ein kooperativer Führungsstil.
00:02:28: Ich weiß noch ganz genau, als ich angefangen habe in der Führung gab's mehr diesen leistungsorientierten Führungen.
00:02:34: Es wurde rein auf Leistung geschaut und leistensorientiert auch geführt.
00:02:38: Und ich glaube aber heute ganz fest war dran dass wir kooperativ führen sollten können dürfen auch und das ist mir besonders wichtig!
00:02:46: Ich möchte Mitarbeiter mitnehmen also zum einen durch Transparenz durch offene Kommunikation, ich möchte sie motivieren und inspirieren.
00:02:54: Und eine Umgebung schaffen in der Sie dann wieder sich entwickeln können und wachsen können.
00:02:59: Das ist für mich jetzt das was wir dringend brauchen auch aus meiner Sicht aktuell.
00:03:04: Ich habe deshalb auch für mich entschieden auch ganz am Anfang meiner ersten Führungsrolle dass ich Führungswerte gerne hätte Für mich auf den meine Führungen basiert und es sind fünf Stück Verantwortung, Vertrauen, Wertschätzung, Transparenz und Kreativität.
00:03:18: Also Kreativity natürlich weil es Marketing- und Kommensbereich dringend braucht ist eine Basis dafür.
00:03:24: Und was ich glaube auch in der Führung ganz dringender brauche ist Kommunikation also wirklich Mitarbeiter mitzunehmen Dinge zu erklären und einzuordnen Klarheit und Orientierung vorzugeben, weil Menschen akzeptieren beispielsweise Veränderungen jetzt nicht nur weil sie logisch sind.
00:03:42: Sondern sie akzeptiert es besser wenn Sie's nachvollziehen können und wenn sie auch verstehen welchen Beitrags sie selbst leisten können einfach um diese Veränderung dann zum Leben zu erwecken.
00:03:52: Orientierung und Nachvollziehbarkeit ist ein Stichpunkt für meine nächste Frage.
00:03:55: Und zwar habe ich einen Zitat von Werner Bühnlage mitgebracht, der viele Jahre in verantwortlicher Position bei Großprojekten zum Mitarbeitertransfer tätig war und in einem Buch schrieb das erfolgreiches Change Management erst dann funktioniert wenn man Mitarbeiter zu Change Agents macht.
00:04:12: Ein Mitarbeiter versteht Change Management dann positiv, wenn es als transparenter Prozess zur Befähigung gestaltet ist und negativ, wenn das sich um reine Verordnung von oben handelt.
00:04:22: Wie sieht das denn in deinem Bereich aus?
00:04:24: Und wie stehst du dazu?
00:04:26: Ich teile das komplett!
00:04:28: Also für mich ist Transparenz halt ja immer auch gesagt ein Führungswert der mir einfach wirklich persönlich auch total wichtig ist.
00:04:34: und das heißt für mich einfach Dinge einzuordnen und eine Orientierung zu geben.
00:04:39: Und in der Führung geht es für mich auch nicht um die reine Steuerung an der Stelle.
00:04:42: Also ich versuche beispielsweise in jedem Bereichsmitting, an dem ich Teilnehmer auch Entscheidungen nachvollziehbarer darzustellen.
00:04:50: Jetzt kann ich natürlich nichts auch klar glaube ich jede Information sofort irgendwie bis ins letzte Detail auch teilen.
00:04:56: das macht dann auch keinen Sinn.
00:04:58: Ich verstehe es als meine Aufgabe zu sortieren und dass was sozusagen wirklich wichtig ist für die Mitarbeitenden auch zuteilende Stelle Das Ganze auch zu erklären, weil ich glaube Unsicherheit entsteht gerade in Transformationsprozessen dann.
00:05:12: Wenn Entscheidungen einfach nicht nachvollziehbar sind wenn man sich selbst nicht darin wiederfindet und ich glaube es braucht diesen Transfer einfach zu leisten in der Führung dass du oder wie ich's versuche in den Bereichs Meetings einfach erklärt was hat diese Entscheidung beispielsweise an Auswirkungen für uns konkret als Bereich?
00:05:30: das ist ja das letztendlich was die Mitarbeiter interessiert.
00:05:32: Was bedeutet das für mich?
00:05:34: für meine Arbeit, für meinen Bereich persönlich.
00:05:37: Dass Entscheidung XYZ getroffen wurde, ich glaube das ist einfach wichtig und auch immer wieder darauf zurückzuführen und das einzuordnen welchen Beitrag man selbst leisten kann weil ich glaube dass es heute schon ein wichtiges Thema für die meisten ist zu verstehen was der eigene Wertbeitrag sein könnte.
00:05:53: Schauen wir mal auf den Arbeitsmarkt.
00:05:54: viele Organisationen spüren gerade die Auswirkungen des Fachkräftemangels oder steigenden Wettbewerb, wirtschaftliche Herausforderungen, Anpassungen an schnelle Veränderung.
00:06:04: Wir haben auf der anderen Seite die GENSI, die sich einen Gegeninwurf zur traditionellen Arbeitswelt wünscht.
00:06:10: Laut Studien ist der jüngeren Generation z.B.
00:06:13: Sinnhaftigkeit in ihrer Tätigkeit wichtig.
00:06:15: Freizeit, gutes Gehalt, mobiles Arbeiten bei einer neuen Tätigkeitenheit.
00:06:20: Wie geht das denn mit wachstem Druck zusammen und welche Herausforderungen siehst du dabei?
00:06:25: Das eine total spannende Entwicklung.
00:06:27: also.
00:06:28: Ich finde das total positiv, wenn man seine Erwartung klar formuliert.
00:06:32: Weil nur dann, wenn ich es klar formulierts sozusagen kommuniziert bekomme und auch verstehe – da können wir wieder auf das Thema verstehen und nachvollziehen können – nur dann kann ich versuchen etwas zu ändern in diese Richtung um dem entgegenzukommen weil ich glaube... Es war früher häufig so, dass nur Unternehmen ihrer Erwartungen an Mitarbeitende ausgesprochen haben.
00:06:51: Und das es nur diese eine Seite gab.
00:06:53: und ich glaube ist heute total wichtig, dass offen kommuniziert werden kann auch was die eigenen Erwartung an diese Rolle wie du es auch gerade gesagt hast.
00:07:01: Diese Themen Sinnhaftigkeit also dieser Purpose der ja so ganz oft überall auch zitiert wird dann.
00:07:06: Der ist einfach wichtig und das kann nicht komplett nachvollziehen.
00:07:09: Ich glaube aber, dass auch ein Spannungsfeld tatsächlich ist.
00:07:12: zum einen weil das vielleicht Dienst ältere mitarbeiten.
00:07:16: Jetzt sage ich gar nicht rein altersbezogen, sondern wirklich Dienst älter längerer Dienstzugehörigkeit zu einem Unternehmen.
00:07:21: Vielleicht gar nicht so kennen, weil es früher gar nicht sogar gab.
00:07:24: Das ist so.
00:07:25: Punkt eins, dass man sich in einem Spannungsfeld auch heute bewegt zwischen sehr klaren Erwartungen, sehr klar formulierten... und einer Kultur oder einen Mitarbeiteranteil, der das noch nicht so kannte.
00:07:36: Was
00:07:38: auch zur gegenseitigen Irritation wahrscheinlich führt?
00:07:40: Total
00:07:40: ja!
00:07:41: Und ich glaube da ist gerade die Führungskraft gefragt natürlich in dieser Spanne sich zu bewegen und hoffentlich gut zu füreinander.
00:07:48: Das ist eine sehr große Herausforderung für Führungskräfte heute und sie sehe ich selbst auch für mich natürlich.
00:07:54: Und das andere ist aber dieses Verstehen- und Möglichmachen eines Umfeldes.
00:07:59: Da kommen wir jetzt zur Kultur zurück dass Mitarbeiter überhaupt ihre Erwartungen klar und offen und ehrlich transportieren.
00:08:06: Weil wie will ich was ändern oder wie kann ich unterstützen, wenn ich die Erwartung gar nicht kenne?
00:08:12: Und deswegen finde ich diese Entwicklung das heute gerade die jüngere Generation ist ja klar formuliert sehr gut und auch notwendig.
00:08:19: Ich glaube wir dürfen auch nicht vergessen bei all den Themen, die diskutiert werden, dass trotzdem immer noch daran glaube ich fest eine Leistungskultur da sein muss.
00:08:28: also es geht jetzt nicht nur um die reine Was ist mir wichtig, sondern auch trotzdem dass der Leistungsbereitschaft vorhanden ist und Unternehmen das ein Ownership erkannt wird also Verantwortung selbst zu übernehmen.
00:08:40: Und das sich aber auch in der Rolle der Führungskraft, dass man das ermöglicht Verantwortung abgibt und diese Räume schafft oder diesen Raum der transparenten ehrlichen Kommunikation untereinander zwischen Mitarbeitenden und Führungskraft und dabei auch klar zu formulieren was die Erwartungen von der anderen Seite sind.
00:08:56: dann ich glaube dass es da jemandem an der Stelle ist
00:08:59: Erwartung klar formulieren.
00:09:01: Wenn wir jetzt mal bei der jüngeren Generation bleiben, was erwarten Sie denn konkret von Führung?
00:09:05: Und was war früher nicht so klar eingefordert und gibt es denn Dinge die du bewusst vorlebst?
00:09:11: Und wenn ja welche?
00:09:13: Ich gebe gerne mal ein Beispiel.
00:09:15: ich hatte mal einen Trainee aus einem Nachwuchskräfteprogramm in meinem Bereich übernommen und ich war dann sehr überrascht als direkt, ich glaube das war sogar direkt in der Woche eins sozusagen ist Tätigkeitsbeginns Ein Gesprächstermin bei mir eingestellt wurde, was natürlich vollkommen okay ist.
00:09:29: Das hat mich jetzt nicht überrascht.
00:09:30: Also man darf nicht der Miene mit mir machen.
00:09:32: Nicht dass das jetzt falsch rüber kommt aber... Was mich überraschte war der Inhalt weil ich dachte naja wir unterhalten uns mal gleich hatte mich vorbereitet und was sind die Erwartungen an die Rolle?
00:09:42: Und wir sprechen über Rahmenbedingungen Arbeitszeiten.
00:09:45: Es kommen bestimmt Fragen.
00:09:46: also Ich war schon vorbereit aber es mich überascht hat.
00:09:48: tatsächlich weil diese extreme Klarheit in der Erwartung des Mitarbeitenden, also das Neustartende sozusagen.
00:09:57: Nämlich eine offene transparente Kommunikation, regelmäßiges Feedback und es wurde auch schon terminiert direkt nach dem Termin.
00:10:05: Die Termine wurden sofort eingestellt.
00:10:06: Das war jetzt nicht nur ein ... Ich sag ihr das mal sondern ich bleib da auch dran und stelle dir dann aktiv den Termin ein.
00:10:12: Regelmäßiges feedback Wertschätzung, ehrlich gemeint.
00:10:15: So wurde auch so in meine Richtung verbalisiert und ich verstehe total und finde das richtig und wichtig.
00:10:21: Und die eigene Entwicklung im Fokus zu stellen also Perspektiven aufzuzeigen für diesen Mitarbeitenden.
00:10:28: Das war ihm total wichtig und formuliert sehr klar in unserem allerersten offiziellen Gespräch.
00:10:33: Ich fand es gut weil nur damit kann ich dann noch arbeiten und dann weiß ich auch was der Wunsch ist oder wie schaffe ich es mit diesem Mitarbeiter zukünftig zusammenzuarbeiten?
00:10:43: Und ich hab versucht, bis heute auf in diesem Gesprächs- ... ist auch schon ein paar Jahre her das zu übernehmen.
00:10:49: Weil als ich angefangen hab im Berufsleben, ich hab im Studium, es war halt eine ganz andere Kultur da war das noch nicht so, dass man so extrem klar eingefordert hat was einem wichtig ist und ich fand das ein gutes Beispiel, das so zu tun uns hat mir ja persönlich auch imponiert dann sozusagen auf der anderen Seite der Führungsrolle.
00:11:08: Dann habe ich mir versucht es auch beizubehalten das auch zu tun also wirklich was ich erwarte, klar anzusprechen.
00:11:16: Und das versuche ich bis heute auch so zu tun, weil ich glaube es ist ein gegenseitiges Verhältnis in einem Gespräch und dass jeder hat Erwartung an den anderen eine Rolle, an einen Gespräch miteinander arbeiten und das versuch ich bis heut auch dann klar zu formulieren und das auch vorzuleben und so hoffentlich auch Beispiel zu geben für alle die mit mir zusammenarbeiten, dass sie das gerne auch machen können natürlich mehr gegenüber dann.
00:11:38: Ich
00:11:39: finde das super bewundernswert!
00:11:40: Ist ein Trainee direkt am Anfang so seiner Erwartung klar formuliert.
00:11:44: Kann man sich echt eine Scheibe von abschneiden?
00:11:45: Ja, das stimmt ja!
00:11:47: Bleiben wir mal bei Führung.
00:11:48: Laut einer PWC-Studie wollen achtundachtzig Prozent der Arbeit nehmenden künftig mindestens einen Tag pro Woche im Homeoffice arbeiten.
00:11:56: Sechsundantig Prozent der arbeitgebenden haben ihre Büros bereits an die veränderten Arbeitsbedingungen angepasst.
00:12:02: Was zeichnet denn deiner Meinung nach modern und gute Führung aus?
00:12:06: Wie fühlst du im Hybrid- oder Homeoffice-Setting ohne Mikromanagement, aber auch ohne Kontrollverlust.
00:12:12: Ja das ist eine gute Frage!
00:12:13: Also ich habe am Anfang meines Berufslebens – also ich hab ja gerade gesagt, im Jahr zwei Tausendzehn bin ich nach dem Studium sozusagen dann gestartet in meine erste Rolle – habe ich international mit Schwerpunkte gearbeitet Und da gab's eigentlich ja nicht dieses klassische Büro zusammenarbeiten, weil alle meine Ansprechpartnerinnen die saßen in Auslandstandorten.
00:12:33: Ich hab direkt die Verantwortung für dreizehn Länder übernommen und natürlich konnte ich jetzt nicht jede Woche, wo ich das gerne gemacht hätte vor Ort sein ... Und damals gab's auch noch nicht das, was es heute gibt.
00:12:43: Dass jeder Konferenzraum mit Videokonferenzanlage ausgestattet ist.
00:12:47: Dass man an seinem eigenen Platz Videokameras gehabt hat.
00:12:49: Das gab's einfach nicht.
00:12:50: Man hat sich nur gehört?
00:12:51: Nur gehört!
00:12:52: Also ich hab wirklich viel telefoniert und das war mir auch wichtig weil das war eine Art Möglichkeit für mich doch so ein bisschen mehr in den direkten Dialog reinzugehen.
00:13:00: Nicht nur über E-Mail zu arbeiten.
00:13:02: Deswegen habe ich wirklich... Da hab' ich einige Kollegen und Kolleginnen wahnsinn getrieben um mich herum.
00:13:06: Das wurde mir letztens auch mal wieder gesagt bei einem Gespräch.
00:13:09: Ich hätte ja den ganzen Tag hervoniert und das stimmt tatsächlich, weil ich versucht habe diese Brücke zu schlagen zwischen dem nicht vorhandenen normalen Office arbeiten ... Weil es nur Artipri des Arbeits- oder Remote-Arbeitsmodell eigentlich für mich war.
00:13:24: Aber auch dass es wichtig ist immer noch, dass man diesen persönlichen Austausch hat also wirklich in Präsenz.
00:13:29: daran glaube ich ganz fest, dass natürlich auch gerade für Marketing- und Kommsteams ultimativ wichtig, viel Kreativität kann auch entstehen, wenn man sich persönlich austauscht und im gleichen Raum aufhält.
00:13:40: Und da gemeinsam arbeitet dann auch.
00:13:42: Das geht auch hybrid aber ich glaube es tut immer ganz gut das mal in Präsenz zu machen.
00:13:47: Deswegen glaube ich fester an ein hybrides Arbeitsmodell und ich habe dann auch als ich aus der Elternzeit zurückgekommen beispielsweise ... Es war so eine Art Kulturschock für mich weil ich nach Corona-Welt reinkam.
00:14:00: also ich bin kurz vor Corona in Mutterschutz gegangen Aus einer fünf Tage Office-Woche, also wir saßen wirklich vom Montags bis Freitag im Büro.
00:14:06: Wow!
00:14:06: Kann man sich gar nicht mehr vorstellen?
00:14:07: Ja genau kann man richtig, die kann man sich nicht mehr vorstellen und bin dann zurückgekommen in eine Welt wo wir damals einen Split Operations gearbeitet haben.
00:14:15: das heißt fünfzig Prozent des Teams war ein Büro und die anderen fünfzig im Homeoffice immer abwechselnd.
00:14:21: Das allererste was ich gemacht habe weil mir der persönliche Austausch einfach super wichtig ist.
00:14:25: Ich hab dann meine eigenen Bürotage so gelegt, dass ich dann Team eins sozusagen sehen konnte an meinem ersten Bürooffice-Tag und Team zwei am zweiten Office Tag.
00:14:35: Sodass ich wirklich einen persönlichen Austausch machen konnte mit allen.
00:14:39: Weil das ist mir in der Führung wichtig ... Dass ich auch Momente habe, dass mein Kalender nicht komplett voll ist bis heute, wo ich ansprechbar bin einfach.
00:14:47: Das geht jetzt nicht so einfach und so leicht und der Kalender ist immer voll.
00:14:51: Aber ich glaube es gehört einfach dazu weiß auch, dass Hybrid des Arbeiten gut funktioniert.
00:14:56: Weil ich hatte ja ein Teil des Teams in London sitzen.
00:14:58: Die habe ich natürlich auch nicht ständig gesehen.
00:15:00: und gerade für diese Kolleginnen und Kollegen war dann das Thema mit Homeoffice arbeiten oder remote total hilfreich weil so hatten die nicht mehr das Gefühl, dass sie zu weit entfernt sind, weil jetzt waren ja alle über Computer eingewählt Wir haben uns alle virtuell getroffen und die hatten nicht immer den für sie vielleicht gefühlten vermeintlichen Nachteil, dass sie die einzigen sind, die sich irgendwie einwählen müssen.
00:15:21: Und früher war das wirklich mit hier so.
00:15:23: Telefonspinne wurden die irgendwo reingestellten einen Raum haben nur bei Telefon mitgehört konnten keine Gesichter sehen.
00:15:30: also das war wirklich eine große Herausforderung.
00:15:31: glaubt es hat vielen dann auch gutgeteilt gerade was mein Bereich anging dass man sich gefühlt ein bisschen annähern konnte Und es gab auch den Wunsch aus dem Thema raus und die Ideen, was können wir für Formate schaffen?
00:15:43: Die uns eine Art persönlichen Austausch über virtuelle Kanäle ermöglichten.
00:15:48: Da gab's dann die Ideien daran erinnere ich mich noch gut dass wir ein Digital Coffee machen.
00:15:53: Optionale Teilnahme als man musste nicht teilnehmen konnte alle zwei Wochen und die Bedingung war kein Büro oder kein Business Talk.
00:16:02: also man sollte wirklich rein über private Themen, was man erzählen wollte und teilen wollte.
00:16:06: Da gab es keine Pflichten
00:16:07: zu.
00:16:07: Hat das geklappt?
00:16:08: Das hat total gut geklappt!
00:16:10: Also wir mussten manchmal ermahnen weil man verfällt ja dann doch sehr leicht mit seinen direkten Kolleginnen und Kollegen wieder in diesen Arbeitsgeschichten rein oder... Ach letztens gab's doch mal das oder wir brauchen noch eine Entscheidung dafür und da gab es immer eine Person in dieser Runde die angemahnt hat.
00:16:24: Achtung jetzt kommt wieder ein Bürothema.
00:16:27: Das wollten wir doch nicht machen.
00:16:28: lassen uns bitte wieder zurückgehen Und es hat sich irgendwann eingespielt dann auch und das war echt schön, was man da auch erfahren hat voneinander.
00:16:35: Weil das war der Versuch dieses klassische Gespräch am Morgen in der Küche zu ersetzen einfach was man sonst hatte halt wenn alle im Büro waren dann.
00:16:44: Cool ja finde ich gut.
00:16:46: gehen wir mal über zu einem anderen sehr wichtigen Thema und zwar gibt es Zahlen der Bundesagentur für Arbeit die zeigen dass im Jahr fünfundzwanzig sechsund zwanzig rund fünfzig Prozent der werbstätigen Frauen in Deutschland in Teilzeit arbeiteten.
00:16:58: Damit ist die Teilzeitquote weiblicher Beschäftigter weiterhin sehr hoch, während die Zahl der Vollzeitbeschäftigten Frauen leicht sank.
00:17:04: Du bist ja Bereitsleiterin und du bist Mutter!
00:17:07: Wie funktioniert denn bei dir Work-Life Balance?
00:17:09: Was ist möglich?
00:17:10: um was ist in den bestimmten Rollen wie zum Beispiel deiner Rolle einfach nicht möglich?
00:17:15: Möchtest du eine ehrliche Antwort?
00:17:16: Ich bin absolut
00:17:17: ehrlich.
00:17:17: Und
00:17:17: eine politisch komplexe Antwort.
00:17:19: Bitte
00:17:19: ehrlich immer ehrlich.
00:17:22: Also ich glaube es gibt für mich so für mich gesprochen.
00:17:26: Es gibt nicht für mich den perfekten, völlig ausbalancierten Tag im Leben der Arbeitsrolle und der private Rolle.
00:17:34: Das gibt's einfach nicht!
00:17:35: Also wenn es jemand hat und dass jemand ein System gut befindet und schon gut ausgeübt hat... Und da bruf ich jetzt gerne bei mir melden.
00:17:42: Da bin ich sehr ansprechbar.
00:17:43: Tipps
00:17:43: an Jessica.
00:17:44: Tippes an mich bitte.
00:17:45: Show
00:17:45: Notes findet ihr dann hinterher?
00:17:47: Genau.
00:17:48: Dann schickts mir gerne zu.
00:17:50: Da würde ich total interessiert dran.
00:17:52: Ich glaube man muss so einen System für sich aufbauen.
00:17:56: Vielleicht zum Hintergrund, mein Mann und ich, wir arbeiten beide Vollzeit.
00:17:59: Und haben eine Tochter, die ist mittlerweile sechs Jahre alt.
00:18:03: Wir teilen uns diese Betreuungszeit wirklich fünftig auf.
00:18:07: Das ist ne bewusste Entscheidung, die wir auch gemeinsam getroffen haben.
00:18:12: Und das ist unser System jetzt sozusagen.
00:18:14: Dann schauen wie wird das System aufbauen?
00:18:16: Es hat schon angefangen als sie geboren worden ist, weil da haben wir Elternzeit direkt aufgeteilt.
00:18:21: Ich war acht Monate in Elternzeiten, meine Mann dann sechs Monate.
00:18:24: Er war der erste Mann in seinem Unternehmen überhaupt Elternzeit genommen hat.
00:18:28: Da schreckt er nicht, oder?
00:18:29: Ja total erschreckend!
00:18:30: Unsere Tochter ist erst sechs Jahre alt.
00:18:33: Und er war damit aber auch Roll-Model.
00:18:35: dann tatsächlich weil ein paar Monate später hat ein Kollege von ihm das genauso gemacht und er hat ihm auch damals gesagt ich fand es toll dass du's gemacht hast also hat er sich eher getraut das auch anzufragen wurde auch bei ihm bewilligt aber auch sechs monatene Elternzeit.
00:18:47: dann und das ist unser System und es hat super gut für uns bis heute funktioniert an guten Tagen.
00:18:56: Weil es gibt natürlich immer die Phase in dem Leben, da ist dann mal mehr der Beruf im Fokus, dann gibt's die Phase, dass die Familie mehr im Fokuss... Deswegen glaub ich, muss man da auch immer irgendwie sich flexibel halten an der Stelle.
00:19:07: Und wir machen bis heute zum Beispiel jeden Sonntagabend planen wir unsere darauffolgende Woche.
00:19:11: also wie klappt das mit der Betreuung?
00:19:13: Weil wir haben feste Tage zugeteilt ist mir total wichtig und dann gucken wir halt trotzdem mal drauf weil dann kommt ein Termin dazu wo ich dann doch mal weg muss an dem eigentlichen Tag wo ich Dann unsere Tochter betreuen möchte oder sollte und da muss man sich auch da glaube ich flexibelhalten.
00:19:27: Mir ist aber wichtig dass Ich auf jeden Fall Zeit mit meiner Tochter verbringe, vor allem weil sie noch so klein ist.
00:19:32: Ich glaube der Tag wird kommender.
00:19:34: wird sie mir dann sagen nee es reicht's.
00:19:36: auch ich möchte mit meinen Freunden alleine um die Häuser ziehen oder irgendwas alleine unternehmen.
00:19:39: braucht dich jetzt nicht mehr dazu und so genieße ich halt die zeit noch wo Sie gerne auch mit mir aktivitäten unternimmt für irgendwas schönes machen oder einfach auch nur.
00:19:47: letztens haben wir nur zuhause abends zusammen auf der Kraut gelingen und gelesen also an gar nichts großes geplant oder gemacht.
00:19:53: das kommt immer mal wieder ins Wanken des Systemen Wenn dann so Sachen passieren, wie dass sie den Wunsch äußert.
00:19:59: Dass ich in der Tanzgruppe, also wo sie tanzt unterstütze.
00:20:03: jetzt bin ich Kotrainerin der Kindertanzgruppe geworden Und das trinkt natürlich mein aus meiner Sicht gut funktionendes Thema doch ins Banken einfach ne?
00:20:13: Das sind so umvorgängliche Themen Die nehme ich damit rein.
00:20:17: Ich glaube, was auch dazu gehört ist nicht nur, dass du privat ein Setup aufbaust wie es für dich passt und wir haben einen Oma-Opa-Tag in der Woche noch wo unsere Tochter von Omas und Opas immer abwechselnd werden.
00:20:27: Wir haben noch beides also beide Seiten noch vollständig.
00:20:30: Da sind auch Teilherbieten glücklich drüber.
00:20:33: Und die unterstützen auch gerne und dann ist sie eine Tag in der Aber es braucht die Unternehmenseite, die das mitträgt.
00:20:42: Da kommen wir zum Thema Erwartungen auch von Anfang an klar formuliert als ich hier angefangen habe.
00:20:48: Ich bin jetzt ein bisschen über einen Jahr hier, dass ich gerne diese Möglichkeit hätte, dass sich zwei Nachmittage pro Woche mit meiner Tochter verbringen und das wurde ermöglichen.
00:20:56: Da bin ich total happy drüber!
00:20:58: Und ich glaube ist einfach wichtig zu zeigen welche Modelle es geben kann um Familie und Beruf zu vereinbaren.
00:21:06: Naja, vielleicht neunzig Prozent der Fälle sehr gut funktioniert.
00:21:10: Das war aber auch nicht immer perfekt das einfach.
00:21:12: Ich glaube es ist wichtig dazu zu sagen.
00:21:15: Ja
00:21:16: also bis auf jeden Fall ein tolles Vorbild und zeigst dass beides klappen kann Auch wenn man an der einen oder anderen Stelle auf jeden Verabstriche machen muss natürlich.
00:21:24: Du hast es angesprochen an Beispiel deines Mannes.
00:21:26: Wir arbeiten in einem Umfeld das sehr lange recht homogen geprägt war Und weibliche Führungskräfte waren und sind noch immer recht unterrepräsentiert.
00:21:35: Gab es Momente, in denen dir bewusst wurde genau deshalb ist Sichtbarkeit wichtig und Veränderung?
00:21:41: Ja.
00:21:43: Die gab's auf jeden Fall!
00:21:45: Ich glaube es ist also A ja Sichtbarkeitswichtig und Veranderungen auch so wie ich gesagt habe an den verschiedenen Beispielen.
00:21:52: auch Anpassungsfähigkeit ist eine ultimative, notwendige Voraussetzung für alles.
00:21:57: Nicht nur für Unternehmen an passungsfähig zu bleiben was ihre eigene Identität und Kultur angeht sondern auch in anderen Umfällen wir jetzt sozusagen Beruf und Familie irgendwie versuchen zu kombinieren.
00:22:08: nach da musst du anpassungsweg bleiben.
00:22:10: wenn du wie wir jeden Sonntag noch mal deine Woche neu planst hast eigentlich dein System aber trotzdem kann irgendwas sein wo du nochmal dich an passungssfähiger zeigen musst.
00:22:18: Ich glaube aber auch fest daran, dass es nicht darum geht, dass wir sagen Frauen gegen Männer oder Männer gegen Frauen.
00:22:25: Sondern das sollte miteinander sein.
00:22:27: Wir sollten einen gemeinsamen Weg finden weil ich fest daran glaube, dass die unterschiedlichen Perspektiven ein Unternehmen ausmachen.
00:22:35: Dass wir verschiedene Typen Mensch, verschiedene Charaktere, verschiedene Sichtweisen, verschiedene Kulturen also eigentlich alles was es so gibt brauchen um als Unternehmen stark zu sein.
00:22:47: Weil ich glaube ganz fest daran, dass wir nur als Team stark sein können und da bringt es dann nichts gegenseitig Fronten aufzubauen oder so sondern wirklich zu schauen wo können wir ansetzen was können wir gemeinsam erreichen und klar zu zeigen?
00:23:00: Und das ist für mich auch ein Teil von Sichtbarkeit an der Stelle zu zeigen wie viel sinnvoller es doch ist dass wir gemeinsam Dinge anpacken
00:23:08: Wie unser Slogan.
00:23:09: Gemeinsam vorn!
00:23:10: Genau, genau.
00:23:12: Das ist mir wichtig einfach und da versuche ich auch in die Sichtbarkeit reinzugehen das zu zeigen und auch vorzuleben und ich selbst profitiere ja auch total davon wenn andere Frauen als Rollmodel auftreten und nehme da immer was mit.
00:23:27: Ich lerne immer irgendwas aus Gesprächten, aus irgendwelchen Panel-Diskussionen oder so.
00:23:31: Da kann ich immer etwas mitnehmen.
00:23:32: Und da versuche auch mein Teil einfach beizutragen und zu unterstützen.
00:23:36: Wenn es gelingt ... wenn ich sichtbar bin bei diesen Themen das andere sich davon inspiriert fühlen und was mitnehmen können, dann finde ich's natürlich super.
00:23:44: Dann freut mich das auch.
00:23:46: Ja, super!
00:23:47: Zum Schluss ein paar letzte Fragen, die du bitte jeweils mit einem Satz beantworten sollst.
00:23:52: Bist du ready?
00:23:54: Total.
00:23:57: Okay, die erste Frage gute Führung bedeutet
00:24:01: Orientierung geben Verantwortung übernehmen und Mitarbeit oder Menschen wachsen zu lassen.
00:24:09: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwarten von ihrem Arbeitgeber
00:24:13: Vertrauen Entwicklungsmöglichkeiten und ehrliche transparente Kommunikation.
00:24:19: Change ist wichtig weil
00:24:21: Stillstand in einer Welt, die sich fortlaufend verändert.
00:24:24: Keine Option mehr als heute.
00:24:26: Vielen Dank, Jessica, dass du unser Gast warst.
00:24:28: Es war sehr schön mit dir und bis zum nächsten Mal!
00:24:30: Ich
00:24:31: danke dir auch.
00:24:31: vielen Dank, dass ich da sein durfte.
00:24:33: uns hat mir auch so viel Spaß gemacht und vielleicht bis bald.
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